Nachhaltigkeit von Kunststoff und Aluminium im Fenster- und Türenbau

Kunststoff und Aluminium für Fenster und Türen: von wegen Abfall!

In früheren Zeiten haben beim Hausbau andere Faktoren eine Rolle gespielt als heute. Als Menschen anfingen, sich Be-Hausungen herzustellen, verwendeten sie dafür in der Regel Holz und vielleicht Lehm. Solche Häuser brannten leicht und waren dann in der Regel der vollständigen Vernichtung ausgesetzt. Die mehr oder weniger reine Holzbauweise hatte allerdings Vorteile. Ein Haus aus Holz war gegebenenfalls rasch wieder aufgebaut, bei Bedarf auch an einer ganz anderen Stelle als vorher, was zusätzlich noch eine gewisse Mobilität begünstigte. Hätten die Menschen vor 2000 Jahren schon ihre Wohnhäuser aus Stein gebaut, wer weiß, ob es dann zu den Völkerwanderungen gekommen wäre? Später taten die Menschen vieler Kulturen genau das: Sie errichteten ihre Häuser zunehmend unter Verwendung von Stein und in der jüngsten Neuzeit mit Beton und Stahlbeton. Im Lauf der Jahrhunderte wurden Gebäude haltbarer, dauerhafter und damit auch älter. Noch im 19. Jahrhundert waren trotzdem Brände nicht selten, bei denen manchmal ganze Städte in Schutt und Asche fielen (Beispiel:Tuttlingen / Baden-Württemberg im November 1803), unter anderem deshalb, weil damals immer noch sehr viel hölzernes Fachwerk das Grundgerüst der Häuser bildete, dessen Fächer mit Steinen und Ziegeln gefüllt wurden.

Heute ist die Situation eine völlig andere. Niemand hat sich bis Mitte / Ende des 20. Jahrunderts, was bekanntlich noch nicht lange her ist, Gedanken darüber gemacht, dass die immer rasantere Zunahme der Weltbevölkerung Auswirkungen auf den Hausbau haben könnte, und schon gar nicht hatten bis dahin Architekten und Bauwillige an ökologische Aspekte ihres Tuns gedacht. Erst nach und nach rückten Aspekte wie Umweltverträglichkeit oder Wiederverwertbarkeit, Stoffkreisläufe und andere Dinge ins Blickfeld. Heute gehören Überlegungen zu diesen Themen zu den Grundlagen von Architektur und Hausbau, und das, bevor überhaupt der erste Spatenstich gesetzt wird.

Geändert haben sich auch die zum Bauen verwendeten Materialien. Nachdem sich der Übergang von Holz und Lehm zu Stein, später zu Beton und sogar Stahlbeton vollzogen hatte, wurden auch nach und nach für Fenster und Türen andere Materialien verwendet als früher. Holz zum Beispiel mag schön sein, ist aber nicht von allzu großer Dauerhaftigkeit. Wenn es nicht äußerst aufwändig und sorgfältig gepflegt wird, lebt es aufgrund der Witterungseinflüsse nicht allzu lange, wobei 'lange' in diesem Zusammenhang natürlich ein relativer Begriff ist.

Kurzum: Es hat sich schon vor einigen Jahrzehnten herumgesprochen, dass sich Bauherren etwas Gutes tun, wenn sie Fenster und Türen aus Kunststoff und Aluminium verwenden. Beide Materialien sind witterungsbeständig und dauerhaft. Sie sind leicht verbaubar und pflegeleicht. Allerdings sind sie in den letzten Jahren immer wieder einmal Kritik ausgesetzt. Speziell Kunststoff löst gelegentlich Stirnrunzeln aus: nicht nachhaltig, heißt es dann. Erdöl wächst nicht nach. Das ist, für sich allein genommen, nicht falsch. Dennoch ist die Kritik, für welche diese Erkenntnis herangezogen wird, unberechtigt. Sie lässt einen wesentlichen Aspekt außer Acht: Fenster und Türen aus Kunststoff und Aluminium werden erstens deutlich älter als solche aus Holz. Zweitens, und das ist noch wichtiger: wenn sie einmal ausgetauscht werden müssen, was erst nach mehreren Jahrzehnten der Fall sein wird, müssen sie ja nicht auf dem Müll landen, im Gegenteil.

Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gehen bei PVC und ALU Hand in Hand

Verantwortungsbewusste Produzenten haben längst Sinn und Nutzen von Kreisläufen erkannt, in diesem Fall den Kreislauf von Rohstoffen im Bauwesen, der zumeist über die sogenannte Abfallwirtschaft geregelt wird. Der Begriff 'Abfall' sollte allerdings entsorgt werden. Ein Unternehmen der Branche hat einmal einen treffenden Slogan entwickelt: „Andere nennen es Abfall. Wir nennen es Rohstoff“. Das ist genau der springende Punkt. Während Millionen Tonnen Kunststoff-Abfälle aus den Meeren gefischt werden müssen, die dort Fauna und Flora in größte Gefahr bringen, geschieht das mit sogenannten 'Abfällen' von alten Fenstern und Türen nicht. Es geschieht schon deshalb nicht, weil es völlig unwirtschaftlich wäre, von Umwelt und Nachhaltigkeit ganz zu schweigen. Türen und Fenster aus Aluminium und Kunststoff sind robust und haben eine hohe Wärmedämmung; Sie sind langlebig und gleichzeitig wenig wartungsaufwändig. Hygienische und ergnonomische Gesichtspunkte sprechen ebenso für sie wie ihre thermischen und akustischen Eigenschaften. Nebenbei bemerkt sind PVC-Fenster und -Türen unempfindlich gegen Hitze und Kälte. Sie sind auch unter extremen Bedingungen schlag- und abriebfest. Vor allem haben sie einen entscheidenden Vorteil: sie sind wiederverwertbar. Bis zu siebenmal können Rohstoffe dieser Art recycelt werden. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer eines Fensters von vierzig Jahren heißt das, dass die aus dem Rohstoff gefertigten Produkte eine Gesamt-Lebensdauer von rund 280 Jahren erreichen können!

Die selbe Qualität wie beim ursprünglichen Ausgangsmaterial

Speziell bei Kunststofffenstern ist der Kreislauf relativ einfach: Wird ein solches Fenster ausgebaut, landet es, wenn es denn einmal ersetzt werden muss, (hoffentlich) nicht irgendwo im Bauschutt, sondern wird der Wiederverwertung zugeführt. Die einzelnen Teile, die natürlich so sorgfältig wie möglich sortenrein gehalten werden müssen, werden erst grob, dann immer feiner geschreddert, bis als Endprodukt ein Kunststoffgranulat übrig bleibt, das dann wieder plastifiziert und neu geformt werden kann. Aus einem alten entsteht so in mehreren Schritten ein neues Fenster. Verantwortungsbewusste Fenster-Hersteller verwenden inzwischen hauptsächlich Recycling-Granulat, und die Endprodukte sind von solchen aus neuen Rohstoffen nicht zu unterscheiden.

Natürlich gibt es einige Voraussetzungen für die Wiederverwertbarkeit. Türen und Fenster müssen ohne Glas und Füllung (Türblatt) angeliefert werden. Aus Rollladenpanzern müssen Gurt und Welle entfernt sein. Rohre und Kabelkanäle, weil aus anderen Kunststoffarten bestehend, dürfen nicht beigemischt werden. Sämtliche Materialien müssen so sorgfältig wie möglich von Montageschaum, Putzüberresten und anderen Verunreinigungen gesäubert sein. Selbstverständlich darf keine Vermischung mit Holzteilen erfolgen, und was insgesamt für eine Wiederverwendung ausscheidet, das sind alle Materialien aus Brandschäden. Kleine Mengen kann der Bauherr oder Hausbesitzer bei regional weit verbreiteten Sammelstellen abgeben. Großmengen werden von Recycling-Firmen abgeholt, die dafür in der Regel Container zum Sammeln bereitstellen.

Ähnlich funktioniert es auch mit ausgebauten Aluminium-Türen und -Fenstern. Das Alt-Aluminium wird ähnlich wie das PVC von Fremdstoffen gereinigt und geschreddert. Anschließend wird es eingeschmolzen und kann danach wieder zu Profilen geformt werden, die erneut im Fenster- und Türenbau eingesetzt werden können. Im Vergleich zu 'Neu'-Ware gibt es keine Unterschiede. Sie haben die selbe Qualtität wie das ursprüngliche Ausgangsmaterial. Deutschland gilt übrigens im Bereich der Wiederverwendung speziell von Nichteisen-Metallen insgesamt als vorbildlich.

So viel CO2 gespart wie für 35 Fahrten rund um die ganze Erde nötig wäre

Mit Blick auf den Klimawandel, der wesentlich durch den von Menschen verursachten CO2-Ausstoß mitverursacht wird, lohnt sich der Hinweis, dass das Recycling von PVC im Fenster- und Türenbau Unmengen von CO2 spart. Eine Jahresproduktion eines Herstellers aus Kunststoff-Profilverschnitt sparte schon 2016 so viel CO2 ein, wie ein Personenwagen ausstoßen würde, wenn er 35 Mal die gesamte Erde umrunden würde. Bei einem Einfamlienhaus mit beispielsweise 30 Quadratmetern Fensterfläche sparen diese Fenster, wenn sie aus PVC hergestellt sind, mit entsprechender Hochwärmeverglasung so viel (Heiz-) Energie ein, wie ein Auto mit einem Verbrauch von fünf Litern Diesel pro 100 Kilometer auf einer Strecke von 15.000 Kilometern verursachen würde.

Damit solche Behauptungen nicht bloße Behauptungen bleiben, unterliegen auch die einschlägigen Hersteller dieser Produkte strengen Qualitätskontrollen. Ergebnis dieser Kontrollen ist unter anderem das bekannte RAL-Gütesiegel, welches verspricht, dass bestimmte Standards auch wirklich eingehalten werden. Sicherheit wird dabei ebenso begutachtet und garantiert wie die Qualität oder eben die ökologische Nachhaltigkeit. Die Hersteller von Türen und Fenstern aus Kunststoff und Aluminium tragen so zur Erhaltung der Umwelt bei. Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst und helfen mit, Umwelt und Mensch mit einander in Einklang zu bringen. Nebenbei liefern sie den Beweis, dass Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit keine Gegensätze sein müssen. Nicht auf das Was, sondern auf das Wie, also auf das Know-How, kommt es an!

Weitere Informationen zur Nachhaltigkeit von Herstellern:

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